Wort zu den Monaten März, April, Mai 2019


Jahreslosung 2019 "Suche Frieden und jage ihm nach".

 

Es ist ein ungewöhnlicher Friedhof auf den man trifft, wenn man nach Rumänien in das Dorf Sapinta fährt.

Auf jenem Friedhof finden sich ausschließlich bunt bemalte hölzerne Grabtafeln mit heiteren Geschichten über die Gestorbenen dieses Ortes und entsprechende Bilder. Man könnte das Ganze natürlich für irgendwie pietätlos halten, wenn man es zum ersten Mal sieht. Was zunächst eine fixe Idee eines malenden Dorfbewohners war, hat für mich auch Tiefgang. Da entstehen über den Gräbern um eine Kirche herum farbige Lebensbilder. Als ob der Friedhof erzählen würde: Hier ist ein Ort des heiteren Gedenkens und nicht nur der dunklen Trauer. Vor kurzem haben wir in der Schule, an der ich inzwischen unterrichte, Abschied von einem Kollegen genommen, der handwerklich begabt war. Im Mittelpunkt der Trauerfeier stand ein Stuhl, der eigentlich auf den Sperrmüll sollte. Der Verstorbene hatte ihn umgearbeitet und zu neuem Leben verholfen. Ich weiß nicht, ob er diesen Friedhof kannte, aber er hätte ihn sicher gemocht.

Ich glaube die Menschen, die den Friedhof gestaltet haben, taten dies  im Glauben an das, was am Ostermorgen geschehen ist. Wir vergessen oft, dass auf einem Friedhof die Osterfreude beginnt. Sie beginnt, als die Frauen, die dort den toten Jesus sehen wollten, ihn nicht mehr finden. Sie beginnt, als dieser Jesus den Jüngern erschien als der Lebendige, der von den Toten den Weg ins Leben gegangen ist. Der heitere Friedhof von Sapinta ist ein Ort, der in seiner Farbigkeit die Auferstehung der Toten im Blick hat. Für mich ist dies ein Bild, das uns Hoffnung und Zuversicht geben kann.

Es grüßt Sie und wünscht Ihnen eine besinnliche Passionszeit und ein freudiges Osterfest. 

Pfarrer Ulrich Hammer

 

 

 




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